„Mein CPU ist ein neutrales Netz."
Übersetzung des Satzes My CPU is a neural net processor in Terminator 2.
Auf meinen Seiten zu Fernsehserien erwähne ich meist auch, was ich von der jeweiligen deutschen Synchronisation (engl.: Dubbing) halte - wenn ich sie denn kenne bzw. wenn überhaupt schon eine existiert. Die Unsitte, die Tonspur des Originals durch eine neue zu ersetzen, ist keinesfalls selbstverständlich. Kleinere Länder, für die eine Synchronisation zu teuer ist bzw. die eine Bevölkerung mit relativ guten Englischkenntnissen aufweisen (viel Material stammt nun mal aus dem englischsprachigen Raum), kommen auch mit Untertiteln aus, ob nun per Videotext oder permanent eingeblendet.
Wie im Usenet-Posting OV vs. Synchro: Endlich Zahlen! (2002-05-23) beschrieben, möchten die Zuschauer aber am liebsten den Status quo beibehalten. Die vielen kleinen Länder bevorzugen ihre untertitelten Originalversionen, während die anderen nicht auf ihre Synchronisation verzichten möchten. Insofern wird sich in Zukunft wohl eher nichts ändern, schließlich müssen die meisten Sender Geld verdienen. Niemand wird deswegen wagen, den Zuschauer unnötig mit untertitelten Serien in Fremdsprache aufzuschrecken. Eventuell wird durch eine weitere Verbreitung von Bezahlfernsehen (ob nun als Abo oder Pay-per-view) die Nische der Serien im Originalton es der Minderheit von Interessierten ermöglichen, relativ schnell nach der Ausstrahlung im Herkunftsland auch in Deutschland in den Genuß zu kommen (vgl. auch die Übersichtsseite mit den Alternativen Pay-TV, DVDs, iTunes, ausländische Sender). Eine synchronisierte Version könnte dann zusätzlich ausgestrahlt werden.
Ist die deutsche Synchronisation nun wirklich so schlecht? Das kann man pauschal nicht sagen, im weltweiten Vergleich soll sie sogar relativ gut sein. Ob das Original aber nun einigermaßen adäquat ins Deutsche herübergerettet wurde, kommt stark auf die Machart sowie den Inhalt der einzelnen Serie und auf die Mühe an, die die Verantwortlichen investieren. Gerade Comedy-Serien, in denen es auf Wortspiele, richtige Betonung und Timing ankommt, sind kaum übersetzbar, ohne daß ein erheblicher Teil verloren geht. Schuld sind auch oft inkompetente Übersetzer bzw. Zeitdruck (anders ausgedrückt, die mangelnde Bereitschaft, genügend Ressourcen in die Synchronisation zu stecken). Es gibt zwar Passagen, die man kaum ohne Verlust übersetzen kann. Fehler entstehen aber vor allem durch
Alexander Mendens Artikel Die Gag-Killer von Pro-Sieben (Die Zeit, 2001) beleuchtet beide Seiten der Medaille am Beispiel der Simpsons. Peter Mühlbauers Artikel Verwanzte Synchronisation (Telepolis, 2000-09-07) beschreibt die Entrüstung der Fans über die Futurama-Synchronisation durch Ivar Combrinck. Für einige Serien wird von Fans eine Aufstellung der Übersetzungsmängel angefertigt, manchmal Synchrobugs genannt.
Daß es auch anders geht, zeigt sich im Fall von Robin Williams, der von Peer Augustinski ausgezeichnet ersetzt wird. In Einzelfällen wie „The Persuaders“ (Die Zwei) gelang es sogar, eine mittelmäßige Original-Serie wesentlich zu verbessern, allerdings nicht ohne inhaltlich einiges zu ändern. Vielleicht wäre auch manchmal etwas gewonnen, wenn die Synchronisation nicht mit allzu glatten, durchschnittlichen Stimmen betrieben würde. Da klingt wirklich eine Person wie die andere. Es gibt wohl auch nicht allzu viele deutsche Sprecher, denn oft genug erkennt man Stimmen wieder und fühlt sich an die Rolle erinnert, die der Sprecher vorher synchronisiert hat. Keine gute Voraussetzung, um sich mit einer neuen Serie anzufreunden.