USA, 1999–2007, Drama. Etwa 60 Minuten pro Episode. Fünf Staffeln à 13 Episoden, 20 Episoden in der letzten Staffel.
„Die Sopranos“ handelt von einem Mafia-Clan in New Jersey.
Die ersten fünf Staffeln enthalten jeweils 13 Episoden. Die sechste Staffel ist in zwei Teile mit 12 und 8 Folgen aufgeteilt.
In Deutschland wurden zwei oder drei Staffeln samstags nachts im ZDF ausgestrahlt, erstmals am 12. März 2000. Die ständig wechselnden Zeiten und der ungünstige Termin haben sicher dazu beigetragen, daß nur sehr wenige Zuschauer einschalteten.
Auf Kabel 1 wurde Ende 2005 die erste Staffel wiederholt. Die Einschaltquoten waren allerdings schlecht, und Pläne für die Ausstrahlung der weiteren Staffeln wurden auf Eis gelegt.
Tony Soprano (James Gandolfini) ist Chef einer Mafiafamilie in New Jersey, seit der vorige Boss Jackie Aprile an Krebs gestorben und dessen Nachfolger, Tonys Onkel Corrado „Junior“ Soprano (Dominic Chianese), kurz darauf unter Hausarrest gestellt worden ist. Tonys „Beförderung“ bringt ein paar Annehmlichkeiten wie etwa ein höheres Einkommen mit sich. Aber er trägt auch mehr Verantwortung, und mußte er sich vorher als Capo nur mit den Männern seiner Crew herumärgern, obliegt ihm jetzt die Sorge für alle Capos. Er muß deren Streitigkeiten schlichten und Konflikte mit der „Nachbarsfamilie“ in New York unter Carmine Lupertazzi (Tony Lip) und dessen Unterboss Johnny Sack (Vince Curatola) in mehr oder weniger spannungsgeladenen Besprechungen regeln. Es wird nicht einfacher dadurch, daß die New Yorker auf die Leute aus New Jersey etwas herabsehen, das ist bei der Mafia nicht anders als beim Rest der Bevölkerung.
Neben beruflichem Stress muß Tony auch Familiäres bewältigen. Als Ehemann und Vater von zwei Kindern kann er nicht denselben Gehorsam einfordern wie von seinen Männern, und die Umstellung fällt ihm oft genug schwer. Ehefrau Carmela (Edie Falco) waltet in der ansehnlichen Soprano-Residenz als Hausfrau und plagt sich manchmal mit dem Gedanken, daß der Luxus, in dem sie und ihre Kinder leben, mit Blutgeld finanziert ist. Auch die zahlreichen Affären ihres Ehemanns und die Sorge, daß er jederzeit umgebracht oder ins Gefängnis gesteckt werden könnte, lasten auf ihr. Hilfe bekommt sie von Priester Phil Intintola (Paul Schulze), sie kann sich aber nicht dazu durchringen, sich von Tony abzuwenden, auch wenn sie immer wieder mit dem Gedanken spielt. Carmelas Wunsch, abgesichert zu sein sowie Tonys Freundinnen sind Grund für zahlreiche Streitereien, bei denen sie mit ihrer scharfen Zunge oft die Oberhand behält.
Auch die gemeinsamen Kinder sind ein regelmäßiges Ärgernis für Tony. Sohn Anthony „AJ“ Junior (Robert Iler) ist nicht sonderlich intelligent, faul, stellt allerlei dummes Zeug an und läßt sich dabei erwischen. Tochter Meadow (Jamie-Lynn Sigler) ist zwar eine gute Schülerin und später Studentin, gibt ihren Eltern aber auf andere Weise Grund zur Sorge. Sie ist launisch, herablassend und verwöhnt. Bei mehr als einer Gelegenheit nimmt sie allerdings ihren Vater in Schutz.
Ein noch komplexeres Verhältnis hat Tony zu seiner eigenen Mutter, Livia Soprano (Nancy Marchand). Die manipulierende alte Frau scheint nie glücklich zu sein und sorgt dafür, daß auch alle anderen leiden. Als Tony sie in einem Luxus-Seniorenheim unterbringt, stiftet sie Junior sogar zu einem Mordversuch an ihrem Sohn an. Dieser schlägt fehl, und Livia zieht zurück in ihr Haus. Sie bekommt Hilfe von ihrer Tochter Janice Soprano (Aida Turturro). Diese hat einige Züge von ihrer Mutter geerbt, manipuliert häufig mit einem Lächeln, aber nicht weniger erfolgreich.
Tonys Arbeitsalltag findet in einer gänzlich anderen Umgebung statt. Hauptquartier ist der Stripclub Bada Bing, der Tonys Consigliere Silvio Dante (Steven Van Zandt) gehört. In den Hinterräumen besprechen sich die Männer, kümmern sich um Administratives und spielen Pool-Billard. Dazu gehören vor allem Capo Paulie „Walnuts“ Gualtieri (Tony Sirico), Tonys Neffe Christopher Moltisanti (Michael Imperioli), Patsy Parisi (Dan Grimaldi) und der jüdische Geschäftsmann Hesh Rabkin (Jerry Adler).
Weitere Treffpunkte sind die Metzgerei Satriale's sowie das Restaurant Vesuvio, das von Tonys Schulfreund Artie Bucco (John Ventimiglia) und dessen Frau Charmaine (Kathrine Narducci) geführt wird. Später kommt der Club „Crazy Horse“ hinzu, der von Christophers Verlobter Adriana La Cerva (Drea De Matteo) geleitet wird.
Seit seinem Aufstieg zum Boss fällt Tony regelmäßig in Ohnmacht. Physische Gründe werden nicht gefunden, und die Ausfälle beginnen, seine Arbeit zu beeinflußen. Auf Empfehlung seiner Nachbarn wendet Tony sich schließlich an die Psychiaterin Jennifer Melfi (Lorraine Bracco). Die reservierte Frau hilft Tony dabei, seine Ohnmachten als Panikattacken zu identifizieren und gemeinsam erarbeiten sie die Gründe dafür. Melfi ist zugleich fasziniert und abgestoßen von Tony, seinen Verbrechen und Affären. Sie beginnt schließlich selbst eine Therapie bei ihrem Kollegen Elliot Kupferberg (Peter Bogdanovich).
Eine Serie, in der Mafiosi teilweise sehr positiv gezeigt werden, ist ungewöhnlich. Diese „Mafia-Soap“ wird man höchstwahrscheinlich entweder lieben oder ablehnen. Sie ist teilweise ziemlich brutal (selbst für amerikanische Verhältnisse), wie man es beim Thema Mafia erwartet, handelt aber gleichzeitig von alltäglichen Problemen mit pubertierenden Kindern, der gestörten Beziehung zur eigenen Mutter oder der vernachlässigten Ehefrau.
Wegen der geringen Anzahl Episoden gibt es auch in der fünften Staffel noch keine Ermüdungserscheinungen, anders als bei anderen erfolgreichen Serien, die dann anfangen, sich inhaltlich zu wiederholen. Wie bereits erwähnt, dürften sich die Geister an den Sopranos scheiden. Da hilft nur Ausprobieren und ein paar Episoden ansehen.
Die ersten fünf Staffeln sind in Deutschland auf DVD erhältlich, Teil eins der sechsten Staffel erscheint am 13. April 2007. Der zweite Teil soll im Herbst 2007 erscheinen.
In den USA sind die ersten fünf Staffeln plus Teil 1 der sechsten Staffel bereits seit November 2006 auf DVD verfügbar.