Alternativ: M*A*S*H. USA, 1972–1983, Sitcom, Drama. Ca. 24 Minuten pro Episode. 11 Staffeln.
In den USA wurde MASH in Erstausstrahlung von 1972 bis 1983 auf CBS gezeigt.
In Westdeutschland zeigt man MASH erstmals 1982. Spätestens bei Kabel 1 lief die Serie in vielen Wiederholungen.
MASH (Mobile Army Surgical Hospital) spielt in einem mobilen US-amerikanischen Armeelazarett im Koreakrieg (1950–1953). Die kleine Zeltstadt des 4077th MASH liegt ein paar Kilometer hinter der Front und bekommt regelmäßig durch Hubschrauber, Jeeps und Lastwagen Verwundete, die im OP erstversorgt werden. Sind sie stabil, werden sie nach Seoul oder Tokio weitergeschickt.
Die Serie beschreibt das Alltagsleben der Ärzte, Krankenschwestern und des restlichen Armeepersonals. Der tägliche Umgang mit Verletzten und Toten fordert ihnen einiges ab, und die Umstände sind oft nur mit Galgenhumor zu ertragen. Die Unterbringung in Zelten, die schlechte Verpflegung, die langen Einsätze oder langweilige Wartezeiten, wenn es nichts zu tun gibt, die Trennung von der eigenen Familie, oftmals stockender Nachschub, hirnrissige Militärvorschriften – all das geht auf die Nerven.
Zu den wenigen Abwechslungen gehören Filmvorführungen, bei denen allerdings meist nur unterirdische Titel zur Verfügung stehen. Ansonsten spielt man ein wenig Ball oder Rollstuhlrennen. Briefe aus der mehrere tausend Kilometer entfernten Heimat sind wichtig, um den Kontakt zu den Lieben daheim nicht zu verlieren. Ansonsten ist wegen der Anwesenheit von Krankenschwestern anders als bei anderen Armeeeinheiten natürlich auch das ein oder andere Techtelmechtel möglich. Ob bei den Mülltonnen oder hinter dem Entlausungszelt, hier findet sich manch ein Pärchen.
Captain Benjamin Franklin Pierce (Alan Alda, * 1936), genannt „Hawkeye“, stammt aus Maine und ist einer der Chirurgen im MASH. Fachlich wird er stets als besonders fähig dargestellt. Zum Wehrdienst gegen seinen Willen eingezogen bleibt Pierce auch in Korea stets im Geiste Zivilist. Der schlacksige, hochgewachsene, schwarzhaarige Pierce salutiert nicht, kleidet sich nicht vorschriftsgemäß und hält den ganzen Krieg für sinnlos und das Militärsystem widert ihn an. In dem Zelt (liebevoll „Sumpf“ getauft), das er mit Trapper McIntyre und Frank Burns, später B. J. Hunnicutt und Charles Winchester, teilt, steht eine Distille, mit der er alkoholische Getränke zweifelhafter Qualität selbst herstellt. Frauenschwarm und Junggeselle Pierce hält den Krieg vor allem wegen der Anwesenheit der Krankenschwestern aus. Auch Streiche, die er und Trapper anderen spielen, sorgen für Abwechslung. Pierces schlagfertige Antworten und sein respektloser Umgang mit Autoritäten wirkt in vielen Punkten Groucho Marx nachempfunden. Als einzige Figur ist Pierce in jeder einzelnen Episode der Serie zu sehen.
Major Margaret Houlihan (Loretta Swit, * 1937) ist die Oberschwester im Camp. Als langjährige Karrieresoldatin steht sie im Rang sogar über einigen der zum Wehrdienst eingezogenen Ärzte wie Pierce, McIntyre und Hunnicutt. Davon lassen sich insbesondere diese drei aber nicht beeindrucken, und so hat Houlihan bei ihnen den respektlosen Spitznamen „Hot Lips“. Margarets Vater war ebenfalls Offizier, und sie liebt die Armee und die Disziplin. Deswegen mißfallen ihr auch das unmilitärische Verhalten, das manche im Camp an den Tag legen. Margaret ist unverheiratet, hat aber eine Affäre mit Frank Burns, was dadurch erleichtert wird, daß sie ein Einzelzelt bewohnt. Obwohl beide ständig anderen ihre moralischen Verfehlungen vorhalten, nehmen sie ihre eigenen nicht wahr, oder ziehen es vor, sie nicht zu thematisieren. Ihre Beziehung zu Frank Burns ist zwiespältig. Einerseits hat sie in ihm einen Liebhaber und Verbündeten, andererseits geht ihr der oft feige und geizige Burns auch manchmal auf die Nerven, insbesondere, wenn er wieder mal offensichtlich nicht ernst gemeinte Versprechen macht, sich wegen Margaret von seiner Frau scheiden zu lassen. Bei den ihr untergebenen Krankenschwestern hat Houlihan einen Ruf als Drachen weg. Später heiratet sie den Offizier Penobscot, die Ehe hält allerdings nicht lange.
Captain John Francis Xavier McIntryre (Wayne Rogers, * 1933), genannt „Trapper“, ist ebenfalls Chirurg. Ähnlich groß wie Hawkeye, aber etwas kräftiger und mit blonden Locken, pflegt Trapper einen ähnlichen Lebensstil. OP-Dienst, Alkoholkonsum und Krankenschwestern – und das, obwohl Trapper verheiratet ist, mit zwei kleinen Töchtern. Die Rolle als Stichwortgeber für Aldas Hawkeye hat Rogers auf Dauer nicht gefallen, und so kehrte er zur vierten Staffel nicht zurück. Dies hatte zur Folge, daß die Figur Trapper im Gegensatz zu Henry keinen richtigen Abschied aus dem Camp bekam. Anfang der vierten Staffel kehrt Hawkeye von einem Kurzurlaub zurück und stellt fest, daß Trapper seine Entlassung aus dem Militärdienst bekommen hat und schon zurück in die Staaten gereist ist.
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Die ersten drei Staffeln sind relativ gleichartig. Klinger war ursprünglich als Gastauftritt geplant, kam dann aber so gut an, daß die Rolle ein fester Bestandteil blieb. Zum Ende der dritten Staffel verlassen dann gleich zwei Hauptfiguren die Serie, Henry Blake und Trapper McIntyre.
Als Ersatz kommen B. J. Hunnicutt für Trapper und Colonel Potter für Henry Blake.
MASH, eine der langlebigsten Sitcoms im amerikanischen Fernsehen, lief den Großteil der Siebziger und Anfang der Achtziger und thematisierte den mit drei Jahren Dauer im Vergleich zur Serie kurzen Koreakrieg, in dem eine Allianz von Nationen unter dem Schirm der UN gegen Nordkorea und China antrat. Am Ende wurde nur der Vorkriegsstatus bestätigt, es waren aber einige Millionen Menschen gestorben.
Das Geschehen verläßt selten das Lager, und dreht sich vor allem um den Alltag der Hauptfiguren: die blutige Arbeit, die wenige Freizeit, die widrigen Umstände des Zusammenlebens. In den ersten Jahren der Serie ging es vor allem um den Kleinkrieg zwischen Hawkeye Pierce und Trapper / B.J. einerseits und das Gespann Burns / Houlihan andererseits.
Für Lacher sorgen vor allem Hawkeye Pierces Wortspiele und die Reibereien der mit dem bornierten Duo Frank und Margaret sowie in späteren Staffeln dem Snob Winchester. Man spielt sich Streiche oder resigniert einfach gegenüber der Militärmaschinerie.
Die Serie geht allerdings teilweise durchaus auch als Drama durch. Die Macher haben stets darauf geachtet, den Krieg nicht zu verharmlosen. Viele Szenen spielen im OP-Saal und heben das junge Alter vieler Verwundeter und ihre teilweise schweren Verletzungen hervor. Insbesondere in späteren Staffeln, als Alan Alda mehr Einfluß auf die inhaltliche Gestaltung nahm, wird dieser Aspekt stärker betont.
Die Titelmelodie der Serie ist eine Instrumentalversion des Titelliedes des Films, „Suicide Is Painless“.
Die Synchronisation ist erstaunlich gut gelungen, immerhin ist der Humor der Serie oft genug auf Wortspielen aufgebaut.
Alle elf Staffeln sind in Deutschland und in den USA auf DVD erhältlich.