Im Januar 2004 lief über ca. zwei Wochen bei RTL täglich die Sendung
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!
.
Das Format hatte in Großbritannien
(ITV1)
bereits zwei, in den
USA
(ABC)
eine Staffel hinter sich,
unter dem Namen I'm a Celebrity, Get Me Out of Here!.
Zuschauer-Diskussionen zur Sendung finden sich u.a.
mit dem Begriff IBESHMHR im Usenet-Archiv Google Groups.
Im Oktober 2004 wurde die zweite Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus
ausgestrahlt.
Diese habe ich allerdings nicht mehr verfolgt.
Im Januar 2008 wird RTL die dritte Staffel senden.
Die Produktionsfirma Granada hat im australischen Dschungel (zehn Minuten
von der 9000-Einwohner-Stadt
Murwillumbah
in
New South Wales an der Goldküste)
ein Lager eingerichtet, in dem zehn Prominente zwölf Tage lang wohnen.
Überwacht von 32 Kameras und zahlreichen Mikrofonen müssen sie auf
Komfort jeder Art verzichten und eine Reihe von Prüfungen und Spielen über sich
ergehen lassen.
Dabei sind meist Tiere, Schlamm, Gestank im Spiel,
Ekel muß überwunden werden.
Es handelt sich also um eine Art Big Brother
gekreuzt mit Survivor
mit Prominenten.
Dirk Bach und
Sonja Zietlow moderieren täglich eine Zusammenfassung der
Ereignisse, wobei sie es nicht an Häme und Spott fehlen lassen.
Nach einer Eingewöhnungsphase muß jeden Tag eine Person das Lager verlassen,
abhängig davon, wer am wenigsten Zuschaueranrufe bekommen hat.
Unter den drei letzten verbleibenden Teilnehmern wird dann der Dschungelkönig ermittelt.
Blitzbei Sat.1.
Deutschland sucht den Superstar.
Nach einem Tag im Luxushotel Palazzo Versace werden die zehn mit einem Hubschrauber in den Dschungel geflogen. Dort absolvieren sie einen Zwei-Stunden-Marsch durch den Wald, bis sie bei ihrem Lager angekommen sind. Das besteht aus Feldbetten, einer Feuerstelle und ein paar Holzbänken. Etwas abseits ist ein Plumpsklo, außerdem gibt es einen Raum, in dem sie Appelle an die Zuschauer aufzeichnen lassen können — immerhin wollen sie, daß man für sie anruft.
Als Grundration für die Teilnehmer gibt es nur etwas Reis und Bohnen zu essen.
Jeden Tag findet allerdings auch eine Dschungelprüfung statt, die ein Teilnehmer absolvieren
kann, um zusätzliche Nahrung für alle zu ergattern.
Der zu prüfende Prominente wird durch Zuschaueranrufe ermittelt.
Da die Prüfungen sehr unangenehm sind wird das Votum schnell zum Abstrafinstrument
Man muß allerdings nicht antreten, und wer abbrechen will, ruft den titelgebenden Satz
Ich bin ein Star - holt mich hier raus!
.
Tatsächlich muß anfangs Daniel Küblböck mehrfach ran.
Der 18-jährige 2002 (?) Drittplazierte bei Deutschland sucht den Superstar
polarisiert durch seine Art,
und je mehr er bei Kakerlaken & Co. quiekt, desto lieber scheint das Publikum
ihn wählen zu wollen.
Erst als Caroline Beil mit Carlo Thränhardt abseits vom Camp über den Rest der Belegschaft lästert, ändert sich das Anrufverhalten. Durch vielfache Wiederholung der Szenen in der Sendung, in allen möglichen anderen Sendungen sowie durch fette Schlagzeilen in der Boulevard-Presse wird Caroline Beil als hinterlistige Natter gebrandmarkt (alle möglichen Variationen des Giftschlangenthemas existieren ebenfalls) und darf von nun an für Essen auf den Tellern sorgen.
Noch bevor die Phase anfängt, in der jeden Tag ein Prominenter das Camp verlassen muß, geht bereits einer freiwillig. Dustin Semmelrogge hat es sich nach nur einem Tag Aufenthalt anders überlegt und zieht zurück ins Fünf-Sterne-Hotel, in dem man anfangs untergebracht war.
Regulär herausgewählt wird als erster Carlo Thränhardt (14. Januar 2004).
Genauer: er erhält die wenigsten Anrufe, immerhin geht es nun darum,
vom Publikum gewählt zu werden.
Was einige Daniel-K.-Fans nicht verstehen und noch kräftig für die Feinde
anrufen.
Wenn da die Telefonrechnung kommt...
Vielleicht wirkt bei Carlo T. noch das Geläster mit Caroline Beil nach?
Oder war er zu profillos geblieben?
Jedenfalls beschwert er sich anschließend nur, daß es nicht genügend zu tun gab
und genehmigt sich ein halbes Hähnchen mit Pommes und Majo.
Am 15. Januar trifft es Antonia Langsdorf. Die blonde Astrofee und Wetteransagerin wirkte schon vor ihrer Rauswahl etwas angeschlagen. Ihre Mitinsassen nervte sie mit ihren sehr ausführlichen Horoskopen, die sie ungefragt anfertigte und verkündete.
Eine weitere Frau muß einen Tag später gehen: Susan Stahnke. Wirklich viel beizutragen hatte sie nicht, und wie manch einer der Campkollegen meinte, hat sie es auch bei der Mitarbeit an gemeinsamen Aufgaben nicht übertrieben.
Und noch eine Frau verläßt das Camp — Mariella Ahrens.
Schützenhilfe des Publikums, das am Vortag Daniel K.s Gefummele an
Frau Ahrens miterleben mußte?
Jedenfalls ist sie ganz glücklich, keine der fiesen Prüfungen
absolviert haben zu müssen.
Von Caroline Beil ist sie menschlich enttäuscht
, als sie von
deren Lästereien erfährt.
Nun hat es den Campältesten getroffen.
Werner Gottlieb Wendehals
Böhm darf, kann und muß gehen.
Er hat viele Kilos verloren, und auch seine Erzählungen von
Geistern, die angeblich nachts im Camp waren, lassen seinen
Abgang als eine sinnvolle Maßnahme erscheinen.
Immerhin hat er sich viel Respekt erworben, als er bei
einer Prüfung durch fünf mit allerlei Getier gefüllte
Röhren gerobbt ist.
Als letzte Teilnehmerin vor der Endausscheidung gehen muß
Caroline Beil.
Das liebevoll Hackebeil
getaufte Lästermaul
mußte eine Reihe von Buschprüfungen mitmachen, nicht zuletzt
die vermutlich unangenehmste, die Hackattacke einer Reihe von Straußen.
Im Nachhinein tut ihr das Gesagte leid, wenn sie auch nach wie
vor der Meinung ist, nur Richtiges geäußert zu haben.
Bei ihrem gemeinsamen Frustabbau mit Carlo Thränhardt hat
sie angeblich geglaubt, unbeobachtet zu sein,
was in Anbetracht der vielen Kameras und der Mikros, die alle mit
sich herumtragen, relativ unwahrscheinlich erscheint.
Dem SPIEGEL
gibt sie ein
Interview (kostenpflichtig),
um dann sofort zur Moderation einer Kreuzfahrt weiterzureisen.
Am letzten Tag gibt es eine Abschlußprüfung für die drei verbleibenden Teilnehmer. Daniel Küblböck muß eine Art umgekehrten Regenschirm tragen, in den die verschiedensten Tiere gekippt werden. Hibbelig bringt er die Aufgabe hinter sich. Lisa Fitz soll von fünf Tierarten jeweils ein paar lebendige Exemplare essen, was sie auch schafft. Costa Cordalis schließlich sammelt auf über einem Teich gespannten Seilen fünf Sterne ein.
Die Zuschauer haben es nun in der Hand, den Gewinner zu ertelefonieren, und sie entscheiden sich für Costa, gefolgt von Lisa und schließlich Daniel. Damit ist diese Staffel (vermutlich nicht die letzte) beendet, und man zieht wieder um in das Luxushotel, um dann gemeinsam (mit Ausnahme von Caroline Beil, diese flog zu einem Moderationsjob auf einem Kreuzschiff) wieder nach Deutschland zu fliegen. Ende Januar ziehen dann als Nachmieter die Briten für ihre dritte Staffel ein.
Nach dem recht unspektakulären Ende der Sendung wurden die Protagonisten bei allen möglichen Sendungen durchgereicht, vorzugsweise beim Haussender RTL. Lisa Fitz wurde bereits während des Verlaufs der Sendung beim Saarländischen Rundfunk gefeuert. Der Aufenthalt im Dschungelcamp vertrage sich nicht mit ernsthaftem Kabarett. Allerdings wurde ihr von RTL eine Sendung angeboten.
Mariella Ahrens zog sich für den deutschen Playboy aus. Anmerkung: Seit ich diesen unschuldigen Satz über Frau Ahrens eingefügt habe, wird diese Seite bis zu 50 mal so häufig abgerufen wie vorher. Bilder (vermutlich das Ziel der Suchenden) gibt's aber wohl nur im Playboy selbst.
Werner Böhm sorgte für Schlagzeilen, als seine Freundin wegen Werners Zuneigung zu einem Pavian aus der gemeinsamen Wohnung auszog. Daniel Küblböck verursachte ohne Führerschein einen Unfall, als er in einen Gurkenlaster fuhr.
Umstellen mußte sich die Bild-Zeitung, die während der zwei Wochen täglich das Material in Schlagzeilen umwandelte — jetzt galt es wieder, zu den normalen Themen zurückzufinden. Die tatkräftige Unterstützung von Deutschlands auflagenstärkster Zeitung hatte nicht zuletzt zum Erfolg der Sendung beigetragen.
Am 11. März 2004 gab es um 21:15 Uhr eine Extrasendung
Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! Das große Wiedersehen
auf RTL.
Dabei liessen Zietlow und Bach die Teilnehmer das Geschehene noch einmal
Revue passieren.
Außerdem gab es bislang ungezeigte Szenen aus dem Campleben.