Originaltitel: The Silence of the Lambs. Kriminalfilm, Horror. USA, 1991. Farbe. 116 Minuten. Erstaufführung: 14. Februar 1991 (USA), 11. April 1991 (Deutschland). FSK:16. Drehbuch: Ted Tally nach einem Roman von Thomas Harris. Regie: Jonathan Demme. IMDb, Rotten Tomatoes, Wikipedia, Aufsatz, detaillierte Besprechung.
Ein Serientäter (Ted Levine) tötet und häutet Frauen, die Boulevardpresse hat ihn deshalb Buffalo Bill getauft. Bill Crawford (Scott Glenn), Leiter der Abteilung für Verhaltensforschung bei der amerikanischen Bundespolizei FBI, ist unzufrieden mit dem Fortschritt der Ermittlungen. Die Profile, die seine Leute über den Mörder anlegen, bieten nicht ausreichend Material für eine feinmaschigere Fahndung.
Er schickt deswegen Clarice Starling (Jodie Foster), eine FBI-Agentin in der Ausbildung, um vom Psychiater Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) Rat zu diesem Fall einzuholen. Lecter ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet – aber auch selbst ein Mörder mit Hang zum Kannibalismus, nach einer Festnahme seit Jahren unter strengsten Sicherheitsbedingungen in einem kleinen Verlies in einer psychiatrischen Anstalt eingesperrt.
Lecter kooperiert normalerweise nicht mit den Behörden. Die junge Agentin weckt aber seine Neugier. Er bietet an, sie zu unterstützen, wenn sie ihm Begebenheiten aus ihrer Kindheit erzählt. Starling war vor solchen Psychospielchen des Meistermanipulators Lecter explizit gewarnt worden, läßt sich aber darauf ein, weil eine weitere junge Frau entführt wurde und droht, bald getötet zu werden.
Der einzige Horrorfilm, der bislang den Oscar als bester Film gewann, einer der wenigen Filme, die alle fünf Hauptoscars (Film, Regie, Drehbuch, männliche und weibliche Hauptrolle) abräumten. Hopkins bekam seinen Preis für gerade einmal 16 Minuten Spiel im Endprodukt – weniger hat noch niemand für einen Hauptrollenoscar gebraucht. Foster gewann ihren zweiten Oscar nach „Angeklagt“ (1988).
Geschickt erzählen Drehbuchautor Tally und Regisseur Demme die Geschichte aus der Perspektive der unerfahrenen, aber intelligenten und ehrgeizigen Clarice Starling. Hauptthema sind dabei die Ängste, denen sich Starling stellen muß, und in die sich der Zuschauer leicht einfindet.
Dabei erreicht der vergleichsweise kostengünstig produzierte Film seine Atmosphäre vor allem über brillante Inszenierungsdetails:
Starling muß den verbalen Mißbrauch durch Lecter erdulden, die schmierige Anmache durch Gefängnisleiter Chilton. Durch den Zwang zur schonungslosen Offenlegung ihres Seelenlebens wird Lecter, der ein Spiel mit Anagrammen und anderen kryptischen Hinweisen treibt, für Starling gleichzeitig zum Therapeuten.
Unvergeßlich macht den Film vor allem diese Figur des Hannibal Lecter. Er ist gleichzeitig Monster und einfühlsamer, gebildeter, charmanter Gesprächspartner. In einem Moment hilft er Starling, im nächsten putzt er sie gnadenlos herunter, er spielt mit ihr wie eine Katze mit einer Maus. Gerade weil er eingesperrt ist und seine Gesprächspartner frei sind wirken seine Fähigkeiten zur Manipulation umso beeindruckender. Das Wissen um seine dunkle Seite, das vor den Besuchen Starling und den Zuschauern von Crawford und Chilton vermittelt wurde, verstärkt das Unbehagen. Die Mischung aus Bestie und einem zivilisierten, fast aristokratisch anmutenden Bildungsbürger sucht ihresgleichen.
Für die Fortsetzung „Hannibal“ (2001) stand Jodie Foster nicht mehr zur Verfügung, sie wurde durch Julianne Moore ersetzt. In den beiden Prequels „Red Dragon“ (2002) und „Hannibal Rising“ (2007) kommt die Figur Clarice Starling nicht vor. In den ersten drei Filmen spielt Anthony Hopkins den Lecter, im vierten Gaspard Ulliel. Jonathan Demme war nur am ersten Film beteiligt.
„Red Dragon“ ist ein Remake des Films „Manhunter“ (1986), in dem Brian Cox den Lecter spielt.
Wertung: 100 %.
Erschienen am 4. Oktober 2003. Ton: deutsch (Mono), französisch (Dolby Digital 5.1), italienisch Dolby Digital 5.1). Untertitel: deutsch, französisch, italienisch, niederländisch. Bildformat 1:2,35.
Die etwa einstündige Dokumentation über die Entstehung des Films wurde etwa zehn Jahre nach dem Film erstellt. Sie mischt Aussagen aus der Zeit, als der Film gedreht wurde, und solche, die ein Jahrzehnt später getroffen wurden, mit dem Wissen um seinen Erfolg und seine Bedeutung.
Wertung: 80 %.