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Blood Diamond

Actionthriller, USA 2006, 146 Min. IMDb.

Wertung: 60 %.

Inhalt

Bürgerkrieg in Sierra Leone 1998: Der Fischer Solomon (Djimon Hounsou) muß miterleben, wie sein Dorf von Rebellen der RUF überfallen wird. Er wird von seiner Familie getrennt und gezwungen, Diamanten für die RUF zur Finanzierung des Krieges zu schürfen. Währenddessen wird sein Sohn Dia von den Rebellen zum Kindersoldaten gemacht und Solomons Frau und die anderen Kinder werden zu Flüchtlingen.

Der ehemalige Söldner Danny Archer (Leonardo DiCaprio) schmuggelt etwa zur selben Zeit Diamanten ins benachbarte Liberia. Er und Solomon landen schließlich kurzfristig im selben Gefängnis, wo Archer erfährt, daß Solomon einen sehr großen Diamanten versteckt hat. Archer überredet Solomon, den Stein gemeinsam zu bergen und verspricht, ihn dafür bei der aussichtslos wirkenden Suche nach der verlorenen Familie zu unterstützen. Die amerikanische Journalistin Maddie Bowen (Jennifer Connelly) berichtet über den Bürgerkrieg und begleitet die beiden ein Stück auf ihrem Weg.

Kommentar

Bürgerkrieg, Konfliktdiamanten, Zwangsarbeit, Kindersoldaten, Flüchtlingselend, brutale Übergriffe auf die Bevölkerung, der Film spart nicht an Problemfeldern. Es hätte ihm gut getan, diese nicht ganz so dick aufzutragen. Archer und Bowen führen Gespräche, in denen sie lang und breit Sachverhalte erklären, die beide bereits kennen, offensichtlich aus dem alleinigen Grund, den Zuschauer zu informieren. Dies wirkt gekünstelt und schadet dem Film, er wird an dieser Stelle zur Dokumentation und Nachrichtensendung, die nicht einmal ihr Ziel erreicht: Es ist auch für den aufmerksamen Zuschauer schwierig, alle Zusammenhänge zu erfassen.

Auch die schiere Länge von fast zweieinhalb Stunden wirkt sich zum Nachteil aus, teilweise bleibt unklar, was nur Atmosphäre schaffen soll und was wichtig für die Handlung ist. Manches ist gar zu einfach vorherzusehen, wie etwa die Entwicklung des Handlungsstrangs rund um Solomons Sohn. Schließlich ist Connellys Rolle der idealistischen Journalistin, die anfängt, sich in das Rauhbein Archer zu verlieben, unnötig klischeehaft angelegt. Es wirkt ein wenig, als hätte man in den mit fast ausschließlich männlichen Sprechrollen besetzten Film noch irgendwie eine Frauenrolle hineinschreiben müssen.

Durchweg positiv zu bewerten ist die exzellente schauspielerische Leistung aller drei Hauptdarsteller. Blood Diamond bietet Action und Spannnung vor exotischer Kulisse, laboriert aber an seinem aufklärerischen Anspruch und seiner Laufzeit. Bei der Oscar-Verleihung 2007 ging der für fünf Preise nominierte Film leer aus.