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Site-eigene Suche oder externe Suchmaschine?

Viele Websites bieten ihre eigene Suche über eine entsprechende Eingabezeile, meist am Rand plaziert. Für den Benutzer stellt sich nun die Frage, ob er diese Suchfunktion der Website oder doch lieber die der vertrauten großen Suchmaschinen wie Google nutzen soll. Schließlich ist die Eingabezeile der bevorzugten Suchmaschinen in modernen Browsern ohnehin stets oben rechts verfügbar.

Dabei sind zwei wesentliche Aspekte zu beachten: Aktualität des Suchindex sowie grundsätzliche Qualität der Suchmaschine.

Aktualität

Bei der Aktualität müßte im Allgemeinen die Site-eigene Suchfunktion die Nase vorn haben. Theoretisch kann der Betreiber den Index (mehr zur Funktionsweise von Suchmaschinen und Fachbegriffen wie Index oder Crawler im Artikel Wie funktionieren Suchmaschinen?) auf den neuesten Stand bringen, wann immer er möchte, insbesondere also, wenn er gerade Neues hinzugefügt hat. In der Praxis kann dies aber durchaus einige Zeit dauern, vielleicht läuft auf dem Server ein cron-Job, der den Inhalt der Seiten einmal täglich neu in den Index verfrachtet.

Suchmaschinen machen die Frequenz ihrer Besuche bei einer bestimmten Site davon abhängig, für wie bedeutend sie diese halten. Nachrichten-Websites werden in manchen Fällen stündlich vom Crawler der Suchmaschine besucht, während brachliegende Privat-Sites, die seit Jahren nicht mehr verändert wurden und auf die niemand mit Links verweist, nur selten eingelesen werden. Im Allgemeinen dauert es mindestens zwei Tage, bis eine neue oder veränderte Seite auf einer Website auch bei Google & Co. gefunden werden kann.

Qualität

Hat die Site-eigene Suche also im Allgemeinen einen Vorteil bei der Aktualität, verhält es sich bei der Qualität üblicherweise andersherum. Suchmaschinen wie Google, Microsoft Search oder Yahoo!

Eine selbstgebaute Suche, z. B. mit Hilfe einer Bibliothek zur Volltextsuche wie Lucene erstellt, kommt hier normalerweise nicht mit. Dazu steckt in den „Profi-Suchmaschinen“ einfach zuviel Know-how und Arbeit. Allerdings kann eine Site eine Suche anbieten, die auf ihre Eigenschaften besser eingeht. So läßt Slashdot, eine Website, auf der Autoren Nachrichten einstellen, ihre Nutzer nach Autor, Überschrift, Artikeltext und Leserkommentaren getrennt suchen. Eine Suchmaschine vermag dies nicht zu leisten, da sie die genannten Abschnitte von Slashdot-Seiten nicht als einzelne Einheiten erkennt, die kleinste Einheit für einen Suchmaschinen-Crawler ist eine komplette Seite, die alle Bestandteile enthält.

Fazit

Wer eine bestimmte Site und ihre Suchfunktion kennt und mit ihr zufrieden ist, oder die überlegene Aktualität der Site-Suche schätzt, weil sich auf dieser Site Inhalte häufig ändern, sollte sie benutzen. Liefert die Suche einer unbekannten Site wenige oder schlechte Treffer, sollte man zusätzlich zur Suchmaschine des Vertrauens greifen. Üblicherweise schränkt man eine Suche auf eine bestimmte Website www.example.org ein, indem man nach den Suchbegriffen einfach noch site:www.example.org eintippt. Usability-Guru Jakob Nielsen kreidet schlechte Site-Suchfunktionen schon seit langem als eines der Hauptärgernisse im Web an, vermutlich wird aber noch eine längere Zeit vergehen, bis dieses Problem verschwindet.

Viele Sites (so auch diese) nutzen die Suchfunktion einer der großen Suchmaschinen. So verzichten sie auf etwas Aktualität, bieten ihren Benutzern aber ohne großen eigenen Aufwand eine qualitativ hochwertige Suche. Wer hinter der Suche steht, ist allerdings nicht immer leicht zu erkennen.